Der Weg ist das Ziel!

Jetzt hier zu sitzen und tatsächlich den ersten Blogeintrag meines Lebens zu schreiben, fühlt sich doch etwas merkwürdig an. Sich öffentlich mit verschiedenen Themen auseinanderzusetzen, ist schließlich mit einer gewissen Verantwortung verbunden und nicht immer sind die Menschen einer Meinung. Dementsprechend gespannt bin ich, was mich auf meinem Weg erwartet. Aber worum geht es überhaupt?

Das hier ist der Beginn eines Projektes, das viele Jahrzehnte andauern wird und das ich über die Zeit mit Euch teilen möchte. Mein Wunsch ist es, als sozialer Fotograf den gegenwärtigen Zustand unserer Erde einzufangen und über das Leben auf ihr zu berichten. Die Art, wie wir miteinander und unserem Planeten umgehen, hat erschreckende Ausmaße angenommen. Es gibt so viele Schicksale und Themen, die mehr Aufmerksamkeit verdienen. Auf meinen Reisen sind mir immer wieder Menschen begegnet, denen aus verschiedenen Gründen niemand hilft.

Augenblicke wie Nadelstiche

Zum Beispiel stand ich in Albanien auf der mittleren Spur an einer roten Ampel, als plötzlich ein kleiner Junge Wasser auf die Windschutzscheibe goss und anfing, die Scheibe zu putzen. Bevor ich überhaupt verstanden habe, was gerade passiert, war der flinke Junge bereits fertig und hielt erwartungsvoll seine Hand zu mir hin. Wie sollte ich reagieren? Ich konnte sehen, wie eine ältere Frau mit einem Baby auf dem Arm, vermutlich seine Mutter links am Straßenrand stand und ihn beobachtete.

Wenn ich ihm jetzt Geld gebe, unterstütze ich die Ausbeutung eines kleinen Kindes. Wenn ich ihn ignoriere, was mir schmerzlich schwerfiel, hat das vielleicht unangenehme Folgen für den Jungen und seine Familie. Am Ende gab ich ihm 500 albanische Lek, was in etwas 4 € entspricht. Vermutlich war das für die Verhältnisse viel zu viel, aber ich hoffte, der Familie damit vielleicht etwas zu helfen. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch fuhr ich dann weiter. Was mich bis heute beschäftigt, ist die Frage nach dem Warum! Gerne hätte ich mit der Mutter gesprochen, um zu verstehen, wie sie überhaupt in diese Situation gekommen sind und ob es einen Ausweg gibt? Ich wollte es verstehen! 

All diese offenen Fragen über die Jahre begleiten mich bis heute und sind der Grund, weshalb ich diesen Weg gehen möchte. Oft sind die Ursachen sehr komplex und alles andere als Schwarz-Weiß. Wahrscheinlich kann ich durch meinen Ansatz den wenigsten Menschen wirklich helfen, aber vielleicht kann ich ihnen durch ein Porträt eine Stimme verleihen und sie selber berichten lassen? Auch ich kann mich wie die wenigsten nicht von Vorurteilen freisprechen und wurde auf meinen Reisen immer wieder eines Besseren belehrt. Oft hatte ich aus Unwissenheit heraus ein verzerrtes Bild von einem Land, so ehrlich muss ich einfach sein. Am deutlichsten ist mir das in Pakistan aufgefallen.

Das Erste woran man jetzt vermutlich denkt, sind Terroristen im Namen der Al Quaida, Anschläge und religiöser Fundamentalismus. Für gewöhnlich erreichen uns nur die Schreckensnachrichten über Krisen und Katastrophen, welche dann über einen langen Zeitraum unser Bild prägen. Dementsprechend verunsichert war ich, als die Reise in das pakistanische Karakorum-Gebirge schließlich begann. Ich hatte keine Ahnung, was mich wirklich dort erwartet und war immer wieder bewegt, wie herzlich, offen und gastfreundlich die Menschen uns begegnet sind.

Ungeahnte Möglichkeiten – Fotografie

Vor einigen Jahren kam die Liebe zur Fotografie in mein Leben. Sie ist eine wunderbare Kunstform, um Augenblicke auf persönliche Art einzufangen und Geschichten zu erzählen. Seither begleitet mich die Kamera fast überall hin. Besonders auf meinen Reisen hat sie mich den Menschen noch näher gebracht, als ich ihnen wahrscheinlich jemals gekommen wäre und es sind sehr persönliche Augenblicke dabei entstanden. 

An erster Stelle steht der Anspruch, mich den schweren Themen die vor mir liegen, mit Würde und Respekt anzunähern und Verständnis für komplexe Zusammenhänge zu schaffen. Ich bin kein Samariter, der glaubt, die Welt retten zu können, sondern ein Fotograf mit dem Wunsch nach ehrlichen Berichten und authentischen Bildern. Es gibt so viele Themen, die mich bewegen, von denen ich aber zeitgleich zu wenig Ahnung habe.

Approach to Sympathy ist mein Ansatz, mich mit den Themen transparent auseinanderzusetzen und eine friedliche Community drum herum entstehen zu lassen, denn gemeinsam weiß man einfach mehr! Ich würde mich freuen, wenn Ihr mich auf meinem Weg begleitet und Eure Gedanken mit mir teilt. Vielleicht entsteht sogar das ein oder andere Projekt? In diesem Sinne willkommen auf meiner Seite!

Liebe Grüße
Darren

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